Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 25-jährigen Kirchweihjubiläum, deren Auftakt an Himmelfahrt die Pontifikalmesse mit Bischof Algermissen bildete, fand am Abend des 25. Mai 2012 in der Katholischen Kirche „Maria von der Immerwährenden Hilfe“ in Nidderau-Windecken eine akademische Feier zur Würdigung der Entstehung der Kirche und des Kirchenbaus statt.
Zu Beginn begrüßte der gastgebende Pfarrer Thorsten Kremer die Festgemeinde, insbesondere den Festredner, die Vertreter der katholischen Kirchen aus dem Dekanat Hanau, der evangelischen Kirchengemeinden Nidderaus, der katholischen Nachbargemeinde Heldenbergen und die Erste Stadträtin der Stadt Nidderau.
Pfarrer Kremer sprach all denjenigen seinen Dank aus, die zur Gründung der Pfarrgemeinde, dem Bau dieser Kirche und zum Gelingen der Kirchengemeinschaft beigetragen haben. Ausdrücklich bedankte er sich bei seinen beiden Vorgängern Pfarrer Heldmann und Pfarrer Stadler. Letzterer wirkte maßgeblich an der Planung und Durchführung des Kirchenbaus mit.
Kremer erinnerte daran, dass die Kirche vor 25 Jahren, am 24. Mai 1987, vom damaligen Erzbischof Dyba feierlich geweiht wurde.
Eingeladen als besonderer Festredner zu dieser Feierlichkeit war der Diözesanbaumeister des Bistums Fulda Herr Dr. Burghard Preusler mit dem Thema „Moderner Kirchenbau vor und nach Maria von der Immerwährenden Hilfe Windecken“. In seinem Vortrag gab er einen kurzen historischen Abriss des Kirchenbaus in den letzten 200 Jahren.
Anhand anschaulicher Bilder zeigte er die Entwicklung vom anfänglichen Historismus des 19. Jahrhunderts hin zur Moderne des 20. Jahrhunderts. Der Historismus kopierte im Kirchenneubau das schon einmal Dagewesene, bspw. den gotischen oder barocken Stil. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann man langsam mit der Moderne eine klare Position gegen diesen zu beziehen. Man stellte sich die Frage, was es für die Gestaltung einer Kirche bedarf.
Es braucht Menschen, die ihren Schöpfer suchen. „Menschen, die Gott mit einer universalen Erlösungserwartung suchen.“, wie Papst Johannes Paul II es einst formulierte.
Um diese einzigartige Erlösungserwartung zu verdeutlichen, braucht es auch eine einzigartige architektonische Form (und keine Kopie): Künstlerisch individuell und hochwertig in der Ausstattung. In der Windecker Kirche haben sich mehrere Künstler zusammengefunden, um diese Einzigartigkeit auszudrücken: Florian Leitl als Architekt, Karl Burgeff als Bildhauer, Paul Corazolla mit den Kirchenfenstern und Jochem Pechau mit seinem Kreuzweg. Selbst die Orgel ist ein Highlight, keine geringere als die Orgelbaufirma Klais aus Bonn hat hier ihr Opus Nr. 1748 errichtet.
Dr. Preusler zeigte zum Abschluss weitere Kirchenbauten nach 1987 bis hin zu einem beeindruckenden Kirchenentwurf einer Leipziger Kirche aus 2012. Bis heute gelten Kirchen als Ausdruck des Glaubens an einen Christus, der für uns im Mittelpunkt der Liturgie und des Lebens steht. Als Ort, um die aktive Teilnahme der Gläubigen an der Gemeinschaft herauszufordern.
Als langjähriger Zeitzeuge und verdientes Gemeindemitglied erzählte Gottfried Schubert in seinem unterhaltsamen Beitrag „wie alles begann“. Er schilderte sehr anschaulich den langen Weg vom Bau der alten Kirche, die die katholischen Vertriebenen unter großen Mühen in der Nachkriegszeit errichteten, über den Beschluss diese aufgrund ihrer Baufälligkeit abzureißen und eine neue Kirche zu bauen, über die langwierige Planungsphase bis hin zur feierlichen Weihe des Neubaus vor 25 Jahren, die die Gemeinde mit Stolz und Dank erfüllte.
Im Anschluss an den historischen Rückblick gab Verwaltungsratsmitglied Beate Olbrich einen Einblick in die künstlerische Ausgestaltung des Kircheninnenraums mit einer „Kirchenführung im Sitzen“. Trotz ihrer detaillierten Beschreibungen ermunterte sie die Zuhörer, sich ihre eigenen Gedanken zu den modernen künstlerischen Darstellungen zu machen, und erheiterte die Gäste mit einigen Interpretationen aus dem Volksmund. Danach nutzten die geladenen Gäste die Gelegenheit der Pfarrgemeinde ihre Glück- und Segenswünsche zum Kirchenjubiläum mit einem Grußwort zu überbringen.
Musikalisch umrahmt wurden die zahlreichen Wortbeiträge durch klassische Musikstücke von drei jungen Instrumentalistinnen aus der Gemeinde, einstudiert und begleitet von Beate Schalkowski. Das begeisterte Publikum würdigte ihr Engagement mit einem kräftigen Applaus.
Pfarrgemeinderatssprecherin Müller dankte im Schlusswort allen, die damals wie heute die Voraussetzungen für ein lebendiges Gemeindeleben geschaffen haben und lud im Anschluss an diese akademische Feier zu einem Sektempfang mit Buffet im Pfarrsaal ein.
Fotos finden Sie in unserer Online-Galerie:
zu den Festakt-Bildern.