Wie immer steht der Aussendungsgottesdienst am Beginn eines Sommerlagers. Thomas Hohmann stimmte die vom Reisefieber befallenen Pfadfinder in der evangelischen Stiftskirche auf das bevorstehende Lager ein. Nachdem das Gepäck endlich in den Bussen verstaut war, ging es mit etwas Verspätung los in Richtung Westen.... äääh Bayern.
Ein solches Zeltlager, bei dem der 7-jährige Wölfling (so nennen sich die Kleinsten bei den Pfadfindern) genauso selbstverständlich mit von der Partie ist, wie der 20-jährige Jugendliche, stellt den absoluten Höhepunkt des Pfadfinderjahres dar. So ein Stammeszeltlager ist einfach anders: Kinder, Jugendliche und das Leitungteam gewinnen Abstand vom Alltag. Kein Fernsehen, kein Alltagsstreß, kein Lärm, keine Hektik. Dieser Abstand macht frei für Gemeinschaft, offen für den anderen und lädt dazu ein, sich selbst und das Umfeld neu zu entdecken: Gitarren und Lieder am Lagerfeuer, Holz hacken und sägen, Frühsport, 16 Kilometer Tageswanderung, Kanufahren auf der Altmühl, manchmal ein wenig Heimweh haben, ein mulmiges Gefühl bei der Nachtwanderung, Toiletten-, Küchen- und Spüldienst oder Lagerwache in der Nacht gehören zu den Erfahrungen, die in dieser Fülle nur von den Pfadfindern vermittelt werden. Hier gelingt es den Leiterinnen und Leitern, jungen Leuten "einen anderen Weg" nahe zu legen. Für zehn Tage in Gemeinschaft in und mit der Natur zu leben gehört neben Spaß, Abenteuer und dem vom Gründer der Weltpfadfinderbewegung, Sir Robert Baden-Powell, geprägten Leitsatz "Learning by doing" zum Gruppenerlebnis der Pfadfinder.
Hinzu kommen intensives Vorbereiten und Gestalten des Lagerprogramms. Schließlich gilt es, die Kinder und Jugendlichen rund um die Uhr zu betreuen. Eine große Verantwortung, die den ausschließlich ehrenamtlich tätigen Betreuern aber auch viel Freude bereitet. So wurde neben zahlreichen pfadfinderischen Projekten eine Kreativwerkstatt mit vielfältigen Angeboten eingerichtet, wie zum Beispiel: Linedance, Bauen eines Marterpfahls, Indianerschmuck basteln, Bogenschießen, Cowboyhüte basteln sowie dem Aufbau des großen Pagodenfeuers, dem traditionellen Abschluss eines gelungen Lagers.

Nähere Informationen unter:
www.wartbaum.de
